Du suchst das Besondere abseits bekannter Tauchpfade? Abgeschiedenheit unter und über Wasser? Fisch ohne Ende? Darf auch mal ein Wal dabei sein?
Die Küste des Omans liegt im Arabischen Meer und damit geografisch etwa in der Mitte von Sharm el Sheikh im Roten Meer und den Malediven im Indischen Ozean. Interessanterweise sieht es unter Wasser aber anders aus, als von dieser berühmten Nachbarschaft erwartet. In der Südregion Dofar wechseln sich Tischkorallenfelder mit großen von Rinnen durchzogenen Granitfelseninseln ab. Weich- und Hornkorallen bringen Farbe in die teils an den Atlantik erinnernde Landschaften. Als einzigartige Besonderheit ist an einigen Inseln Kelp zu finden, welches normalerweise nur in kälteren Gewässern vorkommt. Ein Blick hinter die Kelpkulisse lohnt immer, nicht selten sind da Seepferdchen, Krebse und auch mal ruhende Schildkröten zu entdecken.
Als Superlative gilt der Fischbestand der Küste. So viel marines Leben gibt es normalerweise nur in den weit entfernten Tauchklassikern des Pazifiks und an den besten Plätzen des Indischen Ozeans. Hunderte von Gelbflossen-Barben und Schnappern nehmen neugierig die Taucher in ihre Mitte auf. Jagende Stachelmakrelen treiben den Schwarm auseinandertreiben und versuchen den ein oder anderen unaufmerksamen oder langsamen Fisch zu erwischen. So mitten drinnen im Schwarm lässt sich gut beobachten, dass die Jagd trotz körperlicher Überlegenheit der Jäger nicht einfach ist.
Auffallend sind die unzähligen Netzmuränen, welche sehr gut genährt und selbstsicher vor ihren Spalten und Höhlen liegen. Unterwasserfotografen können hier in aller Ruhe Best-Off-Portraits von den Muränen machen. Nicht selten begleiten große Exemplare die Taucher auf ihren Streifzügen.
Selbstverständlich sind die nährstoffreichen Gewässer des Arabischen Meeres auch Tummelplatz für die richtig Großen. Ganzjährig sind Mobulas, Mantas und Adlerrochen auf Jagd und kommen näher an die Taucher heran. Eine Garantie gibt es natürlich nicht, denn auch dieser schöne Ozean ist kein Tierpark. Selbst im Sandgrund ist ein manigfaltiges marines Leben zu finden. Häufig verstecken sich Torpedorochen, aber auch felsengroße Stachelrochen liegen beeindruckend im Weg und zeigen keine Scheu vor den Tauchern.
Fasziniert hat mich die überwältigende Population an Zackenbarschen. Hier findet sich das Who-is-Who der Fischbestimmungsbücher nebeneinander. Oftmals stehen fünf oder sechs große ausgewachsene Brüder und Schwestern nebeneinander und blicken die Taucher mit großen Augen neugierig an. Besitzer eines Weitwinkelobjektives können sich hier glücklich schätzen!
Ab und zu sorgen die Riesen der Meere für das höchste Taucherglück. Im Sommer werden Walhaie gesichtet und im Winter sind Buckel- und einige Pottwale verantwortlich für erhöhten Herzschlag. Während sich die Begegnungen mit den Walen auf Sichtungen vom Schiff aus beschränken, lassen sich Walhaie unter Wasser beobachten.
Selbst wenn sich das Großfisch- und/oder Wal Glück nicht während des Tauchurlaubes einstellen sollte, ist alleine die Gewissheit in einem der einsamsten Tauchgebiete der Erde zu sein, Garant für eine außergewöhnliche Reise. Weder über noch unter Wasser muss man sich mit anderen Tauchschiffen oder Gruppen das Meer teilen.
Durch große Ölvorkommen geht es dem Land finanziell recht gut und die Übernachtungspreise und Nebenkosten liegen über dem sehr preiswerten Niveau Ägyptens. Die Linienflüge sind teuerer, dafür geht es in sehr komfortablen Flugzeugen in knapp 6 Stunden ab München oder Frankfurt nach Muscat. Unter Wasser fehlen die Drop-Offs und die Tauchtiefen sind geologisch auf max. 25 Meter beschränkt. Die bisher entdeckten und zugänglichen Tauchplätze liegen auf einem flachen Kontinentalschelf und selbst in der küstenfernen Inselwelt fehlt das dunkle Blau der Tiefe. Die Sichtweiten vor allem im Küstenbereich fallen teilweise „mager“ aus und können nicht mit denen des Roten Meeres verglichen werden. Bei unserem letzten Tauchgang am Ende der Tauchsafari lag die Sicht an einem Wrack in der Bucht von Mirbat weit unter 10 Meter. Interessanterweise hätte eine bessere Sichtweite nichts gebracht, da die unzähligen Fische um uns herum sowieso den Blick Richtung Oberfläche verdunkelten. Klingt unglaublich, ist aber so!
Die Alternative zum Roten Meer!
Tel. +49 (0) 89 2606624
info@tauchreisen-weltweit.de
Bürozeiten: Mo - Fr 10:00 bis 18:00 Uhr