Cocos Island - Once a Lifetime

 

 

Ich stehe an Deck. Vor mir liegt die Insel. Immergrüner Regenwald, unzählige Wasserfälle und hunderte Urweltvögel. Rundherum ein tiefblauer Ozean, mit sanften, aber beeindruckenden Wogen.
Jurassic Park? Ja!
Die Insel heißt Cocos Island und ich befinde mich an Bord der SEA HUNTER. Eines der besten Tauchsafari Schiffe im Pazifik. Und das ist gut so. Die Fahrt ab Puntarenas dauert 35 Stunden. Über den Pazifik. Und zurück müssen wir auch.
Aber wir sind nicht wegen der Insel da. Bereits beim Check Tauchgang verschwinden wir nach wenigen Minuten in einer großen Wolke aus hunderten von Stachelmakrelen. Ein Stachelrochen-Weibchen mit 20 Männchen im Schlepptau schwimmt neugierig auf uns zu. Minuten später nimmt uns ein großer Schwarm mit Schnappern auf. Überall liegen müde Weißspitzenhaie auf dem Sandboden und ruhen sich von der Jagd aus. Der Beginn einer fischreichen Woche ist eingeläutet.

 

Der zweite Tauchgang führt uns gleich an die erste Hammerhai Putzerstation. Unser Tauchguide Federico brieft uns, schnellst möglichst hinter dem Felsabbruch einen Platz zu suchen und uns auf Liegeposition zu begeben. Mein angepeilter Beobachtungsplatz ist allerdings schon von zwei Weißspitzenhaien und einem Stachelrochen belegt. Freundlicherweise machen die Drei den Platz frei und legen sich gleich neben mir in die nächstbeste Sandkuhle.
Das Schauspiel beginnt. Ein gutes Dutzend Weißspitzenhaie patrouillieren vor der Riffkante. Darunter, in größerer Tiefe, zeigen sich die ersten Hammerhaie. Etwas scheint sie zu stören und richtig herauf trauen sie sich nicht zu uns. Dafür kommen ein großer Galapagos Hai und ein Tigerhai näher und umkreisen uns neugierig. Dazu ein wie vom Schnürrboden von oben herabgelassener Manta und die Bühne ist frei für ein großartiges Unterwasser-Großfisch-Theater. Neben mir haben sich inzwischen zwei Muränen als Regieassistenten im Kuschelabstand dazugesellt.
Nach dem ersten Tauchtag ist uns klar geworden, dass wir hier an einem der besten Großfischplätze der Welt gelandet sind. Auch wenn die Spalten mit Langusten besetzt sind, tausende kleiner Augen aus dem porösen Felsgestein rausblinzeln, ein roter Anglerfisch rumsitzt, Kofferfische herumflösseln, Doktorfische mit ihren scharfen Klingen durch das Wasser pflügen, eine rießige Artenvielfalt an Barschen hier heimisch sind, Falterfische um Aufmerksamkeit buhlen, Seesterne und allerhand Invertebraten den Sandboden bevölkern und einige Steinkorallenarten die Riffe bunter machen.

Die Tauchplätze heißen Manuelita Outside, Channel, Alcyone, Dos Amigos, Shark Fin Rock, Santa Maria und Dirty Rock. Markante Namen für markante Tauchplätze.
Fast alle Tauchgänge finden an Putzerstationen statt und Begegnungen mit Haien sind an der Tagesordnung. Tiger-, Galapagos-, Bullen-, Blacktip-, Silvertip-, Seiden-, Ammen- und Hammerhaie. Nur der große Walhai hat grade „keine Saison“ und sein Auftritt bleibt uns verwehrt.
 

 

Selbst beim Sicherheitsstopp auf 5 Meter lohnt immer ein Blick in die Tiefe. Größere Hammerhai Schulen ziehen unter uns durch und einige Tiere lösen sich von der Gruppe um uns im Flachwasser kurz zu besuchen. Viel Disziplin und Selbstbeherrschung gehören schon dazu, nicht seinem Haitrieb zu folgen und sich mit ihnen nach unten ziehen zu lassen. Denn die nächste Druckkammer ist mindestens 40 Stunden entfernt. Verlockend jedenfalls, frage nicht!

Wer bereit ist, eine lange An- und Abreise über den faszinierenden Pazifik zu machen, raue Bedingungen um die Insel über und unter Wasser nicht scheut (Cocos liegt in einem sehr sehr regenreichen Gebiet), kein Problem damit hat, bereits vor dem Tauchgang richtig nass zu werden, unter Wasser mit Dünung und Strömung klarkommt, wird mit einem der letzten übriggebliebenen Paradiese dieser Erde belohnt. So sieht es auf jeden Fall aus, wenn wir Menschen einmal nicht alles kaputt machen dürfen.
 

 

Die Sea Hunter ist ein superstabiles Hochseeschiff und ideal für die Bedingungen des Pazifiks geeignet. Die Kabinen sind einfach und „zweckmäßig“, der Essensbereich und Salon in einer gemütlichen Schiffsatmosphäre gehalten. Die Außenbereiche sind auch eher zweckdienlich und einem Hochseeschiff entsprechend ohne großen Firlefanz gehalten.

 

Die Crew ist phantastisch, sehr zuvorkommend und sympathisch. Der Koch verwöhnt dreimal täglich mit einem hervorragenden Speiseplan. Nach jedem Tauchgang warten auf dem Tauchdeck bereits Früchte und kleine Snacks um die Wartezeit bis zur nächsten Mahlzeit zu verkürzen.

Ein dickes Lob an die Guides, welche die wilden Verhältnisse über und unter Wasser sehr gut meistern und die Gratwanderung von Sicherheit und Tauchen-Lassen ganz Klasse zelebrieren.

Und ein dickes Lob an meine Tauchreisen Weltweit und Meer Tauchgruppe, welche mich begleitete und mit denen zusammen ich wieder einmal eine einmalige Tour fahren durfte.

 

 

Fazit:

Once a Lifetime? Mindestens!


 

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